Moderne Neurologie und Psychiatrie – Expertise von gestern und heute

Facharzt für Neurologie Facharzt für Psychiatrie in Bergisch Gladbach


Medizinische Geschichte und antike Konzepte

Das Nachdenken über den menschlichen Körper, Krankheiten und Schmerzen reicht bis in die Antike zurück. Auf dieser Seite erhalten Sie einen kurzen Überblick über bedeutende Ideen und Entwicklungen – von den ersten Vorstellungen zum Gehirn bis hin zu prägenden Konzepten wie der Viersäftelehre. Das Thema greife ich regelmäßig in Fachvorträgen auf.

"Es ist nicht wenig Zeit, die wir haben, sondern viel Zeit, die wir nicht nutzen!"
Seneca


Frühe Erkenntnisse über das Gehirn in der Antike

Bereits ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. wurden im antiken Griechenland Sektionen am Menschen und Tierversuche durchgeführt. Diese Untersuchungen führten zu ersten Erkenntnissen über die Funktionen des Gehirns und die Verbindung zu den Sinnesorganen. Schon damals entstand die Vorstellung, das Gehirn könne das Zentrum der Wahrnehmung und des Denkens sein. Platon sah im Gehirn den Sitz des vernünftigen Teils der Seele, während Aristoteles das Herz als Lebenszentrum betrachtete und dem Gehirn eine kühlende Funktion zuschrieb.

"Bei der Bewahrung der Gesundheit muss die körperliche Anstrengung den Anfang machen, dann folgen Speis und Trank, dann der Reihe nach Schlaf und endlich die Liebe …"
Aus: „Hygieia“, Galenos von Pergamon (129–199 n. Chr.)


Hippokrates und die Entwicklung der Medizin als Wissenschaft

Hippokrates (ca. 460–380 v. Chr.) gilt als Begründer der Medizin als beobachtende Wissenschaft. Krankheiten und Symptome wurden systematisch beschrieben, Ursachen erforscht und aus Erfahrungen therapeutische Maßnahmen abgeleitet. Dieses Vorgehen, das auf Beobachtung und nachvollziehbarer Begründung basiert, prägt die Medizin bis heute – auch in der modernen Praxis.


Viersäftelehre, Galenos und römische Medizin

Die Viersäftelehre (Blut, Schleim, gelbe und schwarze Galle) bildete das Fundament der antiken Medizin. Gesundheit wurde als Gleichgewicht dieser Säfte verstanden, während ein Ungleichgewicht als Ursache von Krankheiten galt. Behandlungen umfassten Aderlässe, pflanzliche Arzneien sowie Brech- und Abführmittel, ergänzt durch Empfehlungen zu Bewegung, Ernährung und Lebensführung. Galenos von Pergamon fasste das antike Wissen in zahlreichen Werken zusammen und beschrieb unter anderem Gehirnstrukturen sowie Unterschiede zwischen Empfindungs- und Bewegungsnerven. Im römischen Kaiserreich entstand zudem eine medizinische Versorgung für Soldaten; Überreste früher Lazarette finden sich an Standorten wie Bonn, Neuss, Haltern oder Xanten. Im Römisch-Germanischen Museum in Köln sind zudem gut erhaltene medizinische Instrumente aus dieser Zeit zu sehen.

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