Das medizinische Fachgebiet, das sich mit Erkrankungen des Nervensystems und der Muskulatur beschäftigt, ist die Neurologie. Das Nervensystem umfasst das Gehirn, das Rückenmark und die peripheren Nerven.

Neurologische Krankheiten können in folgende Gruppen eingeteilt werden:

Neurodegenerative Erkrankungen/Demenz:

Hier handelt es sich um chronische Hirnerkrankungen, die zu einer fortschreitenden Störung bestimmter Hirnfunktionen führen. Die Alzheimer-Krankheit ist hier am häufigsten und hat einen zunehmenden Verlust des Gedächtnisses und der Sprache sowie anderer Fähigkeiten zur Folge.

Parkinson-Syndrom:

Bei der Parkinson-Erkrankung stehen Bewegungsstörungen im Vordergrund. Das Parkinson-Syndrom ist eine langsam fortschreitende Erkrankung. Durch einen langsamen Verlust von Zellen der Substantia nigra (schwarze Substanz) im Hirnstamm wird ein Mangel des Botenstoffes Dopamin im Gehirn verursacht. Sie tritt gehäuft im höheren Lebensalter auf. Schmerzen im Nacken- und Schulterbereich, Müdigkeit und Depression können erste Symptome sein. Es kommt im weiteren Verlauf zu Bewegungsverlangsamung, Muskelsteifigkeit, einseitigem Zittern, Gangunsicherheit und Stürzen.  Durch eine frühzeitige Behandlung mit Medikamenten und beispielsweise Physiotherapie kann die Lebensqualität deutlich verbessert werden. Die Praxis ist Partnerpraxis des Kölner Parkinson-Netzwerkes der Universität Köln.

Restless-legs-Syndrom (Syndrom der unruhigen Beine):

Fast jeder 20. leidet an dem Syndrom der unruhigen Beine. Die Erkrankung bleibt häufig lange unerkannt. Medikamentös lässt sie sich sehr wirksam und nebenwirkungsarm behandeln. Zu den Symptomen gehören Kribbeln und Missempfindungen in den Beinen, die sich nach Bewegung bessern sowie Ein- und Durchschlafstörungen, die die Lebensqualität stark beeinträchtigen können. Leidet jemand in Ruhe unter Beinunruhe und Missempfindungen, ist eine diesbezügliche Abklärung sinnvoll.

Kopfschmerzen:

Anhaltende und wiederkehrende Kopfschmerzen können vielfältige Ursachen haben. Am häufigsten sind Migräne und Spannungskopfschmerzen. Da sich aber bösartige Erkrankungen dahinter verbergen können, ist eine Diagnostik sinnvoll.

Erkrankungen des peripheren Nervensystems:

In Folge von Verletzungen oder mechanischem Druck kommt zu Schädigungen einzelner peripherer Nerven, z.B. dem Karpaltunnelsyndrom oder Sulcus ulnaris-Syndrom. Symptome zeigen sich als Taubheitsgefühl, Schmerzen oder/und Lähmungen. Bei Polyneuropathien sind die Nerven diffus erkrankt. Diese Erkrankungen können durch verschiedene Methoden behandelt werden.

Entzündliche Erkrankungen des zentralen Nervensystems:

Die Multiple Sklerose ist eine chronische Entzündungskrankheit des Gehirns und Rückenmarks als Folge einer Fehlregulation des Immunsystems. Wechselnde und unterschiedliche Symptome wie Sehstörungen, Lähmungen oder Gefühlsstörungen zeigen sich in wechselnden Krankheitsschüben. Gerade bei diesem Krankheitsbild gab es in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte. Alle modernen Therapieverfahren können in der Praxis oder in Kooperation mit den neurologischen Kliniken durchgeführt werden. Der Krankheitsverlauf kann dadurch günstig beeinflusst werden.

Epilepsie:

Epilepsie ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen des Nervensystems. Etwa 5% aller Menschen erleiden im Laufe ihres Lebens einen epileptischen Anfall. In Deutschland haben etwa 500.000 Menschen eine aktive, behandlungsbedürftige Epilepsie. Es gibt zwei Hauptformen von Anfällen, die fokalen (lokalisationsbezogenen) und die generalisierten Anfälle. In der Diagnostik spielt das EEG und die Kernspintomografie eine entscheidende Rolle. Die Behandlung erfolgt mit Medikamenten, die die Übererregbarkeit von Nervenzellen reduzieren und damit die Anfallsbereitschaft senken. Bei vielen Epileptikern lässt sich durch eine optimale Medikation eine Anfallsfreiheit erreichen. Bei bestimmten Anfallsarten können ein chirurgischer Eingriff oder andere Verfahren in Erwägung gezogen werden.

Gefäßerkrankungen des Gehirns:

Sie entstehen durch eine gestörte Sauerstoff- und Blutversorgung durch Gefäßverschlüsse oder Verengungen. In der Folge kann es zu Schlaganfällen und Hirnblutungen kommen. Beispielsweise durch Diabetes, Nikotin oder Bluthochdruck kann eine Schädigung der hirnversorgenden Arterien auftreten.

Infektionserkrankungen des Nervensystems:

Durch Erreger wie Bakterien oder Viren kann eine Entzündung des Gehirns oder der Hirnhäute ausgelöst werden (Enzephalitis, Meningitis). Bekannt und verbreitet ist auch eine Infektion mit Borrelien, die durch Zecken übertragen wird, und bei nicht rechtzeitigem Erkennen Folgeschäden am Nervensystem verursachen kann.

Muskelerkrankungen:

Bei vielen neurologischen Erkrankungen kann es zu Muskelschwäche und Muskelschwund kommen. Die Ursachen dafür können im Gehirn, Rückenmark, peripheren Nerven oder im Muskel selbst liegen. Diese können erblich oder erworben sein. Bei der Myasthenie ist die Übertragung vom Nerv auf den Muskel gestört.

Hirntumore:

Im Gehirn und Rückenmark können sich wie in anderen Organen auch Tumore bilden, aber auch Metastasen absiedeln. Eine frühzeitige Erkennung und Behandlung ist wichtig. Eine gute Zusammenarbeit zwischen Neurochirurgen, Strahlenmedizinern und Neurologen ist entscheidend für eine erfolgreiche Therapie.