„Bei der Bewahrung der Gesundheit muss die körperliche Anstrengung den Anfang machen, dann folgen Speis und Trank, dann der Reihe nach Schlaf und endlich die Liebe, für die die Liebe genießen wollen.“

Aus: Hygieia, Galenos von Pergamon (129-199 n. Chr., berühmter Arzt in der Antike)

Dieses Fresko aus Pompeji zeigt den Arzt Iapyx, der eine Pfeilspitze aus dem Oberschenkel des Aeneas mit Hilfe einer Zange entfernt (1. Jahrhundert n. Chr.). (Archäologisches Nationalmuseum Neapel)

Die Frage nach dem Aufbau des menschlichen Körpers und der Behandlung von Krankheiten und Schmerzen hat Menschen schon immer bewegt und fasziniert.

Bereits seit dem 6. Jahrhundert v. Chr. wurden im antiken Griechenland Sektionen am Menschen und Tierversuche durchgeführt, die Aufschluss über Hirnfunktionen und die Verbindung von Gehirn und Sinnesorganen erbrachten.

Es wurde bereits zu dieser Zeit vermutet, dass das Gehirn der Knotenpunkt menschlicher Wahrnehmungen und der Ort des Denkens ist.

Platon vermutete in dem Gehirn sogar den Sitz des erkennenden und vernünftigen Teils der Seele. Dagegen sah Aristoteles das Gehirn lediglich als „Kühlaggregat des Blutes“ und im Herz das Zentralorgan des Lebens.

Hippokrates (ca. 460 bis 380 v. Chr.) gilt bis heute als Begründer der Medizin als Wissenschaft. Er beschrieb Krankheiten und Symptome und forschte nach den Ursachen. Aus Erfahrungen und Erkenntnissen wurde auf die Therapie geschlossen.

Als Grundlage der antiken Medizin galt die Viersäftelehre (Blut, Schleim, gelbe und schwarze Galle). Ein optimaler Zustand also Gesundheit wurde bei einer Ausgeglichenheit der Säfte angenommen. Ein Ungleichgewicht führte zu Erkrankungen. Es wurden u.a. Aderlässe, pflanzliche Medikamente, Brech- und Abführmittel eingesetzt. Darüber hinaus wurden die Menschen aber auch bezüglich körperlicher Aktivität, Bädern, Ernährung und einer ausgewogenen Lebensführung beraten. Wenn alle diese Heilmittel versagten, galt die Chirurgie als letztes Hilfsmittel.

Der in der Antike berühmte Arzt Galenos von Pergamon (129-199 n. Chr.) fasste in fast 400 Werken das gesamte medizinische Wissen der Antike zusammen. Er beschrieb das Gehirn mit seinen Ventrikeln und sogar den Unterschied zwischen Empfindungs- und Bewegungsnerven. Im römischen Kaiserreich wurde bereits eine Sanitätsorganisation für die Armee aufgebaut. Archäologische Überreste von "Krankenhäusern" beziehungsweise Lazaretten sind noch an ehemaligen Legionsstandorten wie in Bonn, Neuss, Haltern oder Xanten erhalten geblieben. Hier wurden unter anderem chirurgische Verfahren oft erfolgreich angewandt. In sehr vielen Orten im ehemaligen römischen Reich fanden sich Hinweise auf die Medizin in der Antike unter anderem in Gräbern von Ärzten oder noch erhaltenen medizinischen Instrumenten. Diese ähneln häufig noch heute gebräuchlichen chirurgischen Instrumenten.

Im Römisch-Germanischen Museum in Köln ist eine sehr interessante Ausstellung zum Thema „Medicus, der Arzt im römischen Köln“ noch bis zum 1.11.2015 zu sehen!

„Es ist nicht wenig Zeit, die wir haben, sondern viel Zeit, die wir nicht nutzen!“

(Seneca)